Sage aus Polen: Das Riesengebirge (Krkonose) hat seinen Namen nicht von den hohen Bergen, sondern von einer Legende. Die Legende von dem Riesen und Berggeist, im Tschechischen Krkonos. Früher gehörte dieses Gebiet von Tschechien zu (Sudeten-)-Deutschland. Daher der Deutsch klingende Name. ...die Legende von Rübezahl (Krkonos) und der Hexe Aga... Der Herzog von Schlesien Boleslav der III., welcher auch König von Polen war, lebte in einem alten Schloß mit Namen Stara Kamienica im Riesengebirge. Er stammte aus der Familie der Piasten, war der erste König von Polen und Besitzer des Riesengebirges und all dem Land drum herum. Den Piasten war es geglückt, alle Stämme Polens zu einem starken Staat zu vereinigen, der ungefähr so groß wie das heutige Polen. Seine jüngste Tochter hieß Aga. Sie kümmerte sich nicht um all die Kriege, die ihre Brüder Wladislaw, Boleslaw und Mieszko um die Macht in Polen führten. Sie fühlte sich als Mädchen viel mehr von der geheimnisvollen Natur des Isergebirges angezogen. In dieser Zeit war das Riesengebirge noch ein unzugänglichen Urwald, den niemand zu betreten wagte. Man erzählte sich, daß dort ein Berggeist lebe. Niemand der auf den Berg hinauf ging, kam jemals wieder zurück. Manchmal erschien der Geist als ein plötzlich aufsteigender Nebel, ein schreckliches Gewitter, ein Schneesturm oder als alter Mann mit langem Bart und Stock. Verirrten Wanderern stellte er sich als Bergführer vor. Aber in Wirklichkeit schleppte er sie in seine dunkle Grotte tief in den Bergen, wo sie dann ihr Leben lang schwere Steine hacken mußten. Denn unter der Erde hatte der Berggeist sein großes Reich, mit langgestreckten Gängen. Am tiefsten Punkt der Grotte war ein Brunnen aus dem kochendes Wasser sprudelte. Es war das Lebenswasser, dem Rübezahl seine Zauberkraft und Unsterblichkeit zu verdanken hatte. Damals besaß der Geist noch keinen Namen. Doch jeder hatte große Angst vor ihm. Der Riese Krkonos.... Der Berggeist fühlte sich sehr einsam. Er war neidisch auf die Menschen die im Isergebierge und rund um Stara Kamienica prächtige Häuser, Wassermühlen und Bauernhöfe gebaut hatten. Eigentlich wollte er genauso leben wie sie und er sehnte sich auch nach einer Frau die ihm Menschengefühl und Wärme geben konnte. Weil er ein Geist war und zaubern konnte, verwandelte er sich in einen hübschen Reiter auf einem Pferd. In dieser Gestalt entführte die junge Herzogin Aga aus Stara Kamienica, die auf dem Ramberg Pilze suchte. Der Ramberg ist ein hoher Berg im Isergbirge auf halbem Wege von Stara Kamienica und dem Riesengebirge. Dort wuchsen die meisten Pilze. Der Berggeist baute für Aga eine prächtige Burg, namens Chojnik oder Kynast. Ein prächtiges Gemäuer genau am Fuße des Riesengebirges. Der Berggeist lehrte ihr alle Geheimnisse der Berge: Die Sprache der Tiere, die Kraft der Kräuter und alles über die Geister des Feuers, der Steine, des Windes und des Wassers. Rübezahl erlaubte ihr auch aus dem Brunnen des ewigen Lebens zu trinken. Und Aga zeigte dem Berggeist wie man einen Garten anlegte, Getreide säte und Gemüse -vor allem Rüben- anbaute. Sie lehrte ihn, wie man aus Wolle Garn spinnt um dann daraus Kleidung zu weben, aber auch wie man sprach, lachte und wie die Menschen lebten. Jeden Tag sang Aga für den Berggeist, sie hatte eine prächtige Stimme. Der Berggeist nahm dadurch von Tag zu Tag immer menschlichere Züge an. Vom Turm der Burg Kynast konnte Aga die Dörfer ihres Vaters sehen. Sie hatte großes Heimweh und immer noch Angst vor dem bösem Berggeist. Der war in der Zwischenzeit so vermenschlicht, daß er Aga heiraten wollte. Doch die lehnte ab, nicht einmal, sondern sechs Mal. Beim siebten Mal konnte sie nicht mehr nein sagen und erklärte sich mit der Hochzeit einverstanden. Aber erst, wenn er alle Rüben auf dem Feld gezählt hatte. Das war ihre List um Zeit zu schinden. Der Berggeist war überglücklich und ging Tag und Nacht auf das Feld um die Rüben zu zählen. Seit dieser Zeit heißt er Rübezahl (Rapenteller, in den Pools Licerzepa). In der Zwischenzeit flüchtete Aga von der Burg zur Burg ihrer Eltern. Doch es stellte sich herraus, daß dort nun fremde Menschen lebten. Geister haben nun einmal ein ganz anderes Zeitgefühl als wir Menschen. Ihre Familie war schon seit Jahrhunderten tot. Auf der Burg lebten nun die Gräfe von Schaapgod (Schaffgotsch). Zuerst hatten sie von den polnischen Königen das ganze Land gepachtet, nun waren sie selbst Besitzer des Landes geworden. Sie haben viele Bauern aus dem Ausland kommen lassen. Aber nicht nur Bauern sondern auch Weber und Glasbläser. Das war in der Zeit, in welcher Polen in kleine Grafschaften und Herzogtümer aufgeteilt wurde, die sich alle nicht mehr gut verteidigen konnten. Niederschlesien wurde vom König Böhmens erobert, aber die Grafen von Schaffgotsch blieben die Besitzer des ganzen Riesengebirges. Seit dieser Zeit wurde das Riesengebirge immer kultureller. Durch seine Liebe zu Aga, verlor Rübezahl sehr viel von seinen magischen Kräften. Die Menschen konnten dadurch ohne Probleme in den Wald, um ihn abzuholzen. Statdessen pflanzten Sie reihenweise Nadelbäume die sie benötigten für ihre Häuser, Fabriken, Öfen und ihr Brennholz. Als Rübezahl merkte daß Aga ihn verlassen hatte, wurde er so wütend, daß enorm große Felsbrocken nach Stara Kamienica rollten. Darum sieht man hier noch überall die großen Felsbrocken liegen. Nur Kindern und Kräuterfrauen gegenüber verhielt er sich friedlich und half ihnen. Denn sie beschädigten die Berge nicht und sorgten gut für die Pflanzen und Tiere. Rübezahl erschien den Kindern als ein freundlicher alter Mann mit einem langen Bart. Eine Art Opa, der gerne Geschichten erzählte. Rübezahl erzählte ihnen von den geheimen Orten im Wald. Und die Kräuterfrauen führte er zu den besten Plätzen wo die meisten Heilkräuter standen. Für die anderen Menschen war Rübezahl ein furchteinflösender Teufel und Quälgeist. Nachdem Aga vor Rübezahl geflohen war, wohnte sie auf ihrem geliebten Ramberg zwischen Chromiec (Ludwigsdorf) und Kopaniec (Seifershau). Genau an dem Platz, wo sie einst von Rübezahl entführt wurde. Der böse Rübezahl verursachte vor lauter Zorn ein schreckliches Erdbeeben und stemmte ganze Felsen aus der Erde. Nach den Erzählungen der Menschen kam so der Ramberg zu seinem Namen. Überall auf dem Berg sieht man auch heute noch die Steine. Felsen auf dem Ramberg.... Aga fühlte sich auf dem Ramberg Zuhause. Sie fühlte die Urkraft der Natur, die in den Bergen vorhanden ist. Da sie ja aus dem Brunnen das Wasser des ewigen Lebens getrunken hatte, besaß sie nicht nur die Zauberkraft sondern war auch zu einer Hexe geworden. Unbewußt hatte sie ein unstillbares Verlangen nach dem Berggeist Rübezahl. In den sie sich, ohne es selbst zu wissen, verliebt hatte. Echte Zauberkraft entfaltet sich aus Liebe und Verlangen. Bei der schwarzen Magie ist es genau umgekehrt, sie benötigt keine Liebe sondern Haß. Aga grub tiefe Brunnen am Fuße des Rambergs und das Wasser, welches aus den Brunnen hervorquellte, war reines Heilwasser. Von überall kamen die Menschen um das Wunderwasser zu holen und zu trinken. Es kamen soviele Menschen, daß Aga entlang des Baches eine Herberge und ein Gaststädte baute: Die Rambergschenke. Dieses Gebäude steht noch heute und war bis 1946 eine Herberge. Einer der Brunnen war so tief, daß er in Rübezahls unterirdischem Reich endete. Aga erzählte ihre Geschichten und lehrte ihr Wissen immer an diesem Brunnen, als ob die Geschichten und das Wissen aus diesem Brunnen hervorsprudelten. Als Aga flüchten mußte, schmiß sie all ihre geheimen Bücher und Gegenstände in diesen Brunnen. Und es war dieser Brunnen, den wir letztes Jahr ausgegraben haben und wo wir die Sagenhalle gebaut haben. Aga baute auch eine Wassermühle und einen Mühlenbach an der Kreuzung der Hauptwege, die dort früher liefen. Denn sie mußte ja ihr Getreide mahlen um Brot zu backen. Um die Mühlen wurden fünf kleine Bauernhöfe gebaut mit Äckern für Getreide und Kartoffeln und Weideland für die Kühe. Davon ist noch ein kleinerer Bauernhof und eine steinerne Scheune erhalten. Sie backte helle große herrliche Brote (die Nachbarsfrau in Mala Kamienca backt heute noch mit dem selben Rezept). Das Mühlenrad von der Mühle am Ramberg wurde das Symbol vom Ramberg, es steht als Rad des Lebens und als Rad des Abenteuers. Die Gäste konnten ihren Blick fast nicht mehr abwenden von dem Rad. Immerfort starrten sie darauf. Man bekam so ein unbekanntes und eigenartiges Gefühl von Ewigkeit und Aufsässigkeit. Leider ist das Rad nun verschwunden, aber der Mülenbach und das Mühlenhaus gibt es noch. Hinter dem Haus liegt noch der Mühlenstein. Der Platz wo das Rad hing ist heute eine Ruine. Aber die Mühle soll wieder aufgebaut und der verschütteten Bach wieder frei gegraben werden. Unter dem Ramberg war eine große Höhle, die auch ein Teil des unterirdischen Reiches von Rübezahl war. Um zu singen ging Aga jede Freitag Nacht auf den Ramberg. Oben auf dem Berg war ein steinener Ring. Früher war hier die Öffnung zu einem langem Tunnel. Rübezahl saß dann in seiner unterirdischen Höhle unter diesem Tunnel und lauschte den Liedern, summte mit und mußte vor Verlangen leise weinen. Noch immer wacht Rübezahl in seiner Höhle unter dem Tunnel und hat wegen den Liedern von Aga eine sehr große Sehnsucht, als Mensch wieder geboren zu werden. Mit seiner Zauberkraft kann er zwar Felsen versetzen und es stürmen und winden lassen, aber sich zu einem Menschen verzaubern, daß kann er (noch) nicht. Dazu braucht er Aga`s Liebe, nur sie kann ihm das Tor zur menschlichen Welt, dem Riesengebirge, Ort von Sagen und Mystik....öffnen. Noch immer ist der leise Gesang von Aga zu hören mit dem sie Rübezahl in den Tunnel der Unterwelt zur Menschlichen Welt lockt. Am Freitagabend (der Beginn des Hexensabbats) kann man auch immer noch das Schluchzen und Brummen von Rübezahl hören. Es ist, als ob der Ramberg ein lebendes Musikinstrument ist, indem die alten Geräusche früherer Zeit hängen geblieben sind und die man heute noch sehr gut hören kann. Vor allem wenn man an den alten Bäumen auf dem Berg lauscht. Denn diese haben die tiefsten Wurzeln. Im Gesang bleiben Aga und Rübezahl verbunden. Beide sind sie unglücklich, außer wenn sie zusammen singen. Weil Aga von dem Berggeist in die Geheimnisse des Waldes eingeführt war, besaß sie magische Kräfte und wurde von ihrem Dorf als Hexe betrachtet. Deshalb wird ihr Berg nicht nur als der Ramberg, sondern auch als Hexenberg bezeichnet. In Wirklichkeit war sie eine weise Frau, die alle Geheimnisse der Natur kannte und weihte auch die Frauen und Männer aus der Umgebung in die Naturgeheimnisse ein. Sie lehrte ihnen Zaubersprüche und geheime Rezepte. Sie erlöste auch viele Menschen und Tiere von allerlei Qualen. In dieser Zeit wurde die Heilkunde durch Frauen als Hexerei angesehen, da die Frauen die Naturkräfte nutzten und nicht so wie in der heutigen Zeit chemische Mittel wie Pillen und Pulver. Darum wurde der Hexenberg schnell ein Zentrum für Hexerei und Zauberkunst. Nicht die schwarze Kunst, sondern die Zauberkunst ist gut für die Menschen, weil sie Weise und glücklich macht. Natürlich gab es auch einige Hexen und Zauberer die versuchten die Schwarze Magie erwachen zu lassen. Sie probierten eine ganze Zeit, die Macht an sich zu reißen. Das wäre ihnen auch beinahe geglückt, wenn nicht....(aber das ist eine andere Geschichte und wird ihnen das nächste Mal erzählt). Während Aga auf dem Hexenberg wohnte, gewitterte es oft über dem Berg und man hörte seltsame Geräusche. Der Hügel zog auch Tiere an, die andernorts vertrieben wurden: Bären, Wölfe, Luchse, Füchse, Edelhirsche. Noch heute findet man rund um den Hexenberg im Winter Spuren seltsamer Tiere im Schnee. Manchmal bekam Rübezahl noch einen Wutanfall. Dann flogen Felsbrocken und Hagelsteine durch die Luft. Doch Rübezahl zog sich immer mehr in sein unterirdisches Reich zurück. Abgeschirmt durch die Mauer von Kopaniec. Noch immer sitzt er da und ärgert sich so sehr, daß aus dem Brunnen bei Cieplice das Wasser spritzt. Als die Hexen immer mehr gejagt und sogar verbrant wurden, verließ Aga das Gebiet. Von oben herab wurde verboten, die Geheimnisse der Urnatur zu lehren. Bis ins vorige Jahrhundert zog es viele Menschen insgeheim zum Hexenberg, weil sie auf der Suche nach Heilpilzen, Kräutern und dem Brunnenwasser waren. Seit immer mehr Menschen Auto, Radio, Fernsehen und Computer besitzen, war es allemal vorbei mit der Magie des Hexenbergs. Es entstand ein neuer Asphaltweg rund um den Hexenberg. Jetzt fahren die Menschen nur noch schnell vorbei, ohne zu wissen das hier einst der Hexenberg war. Sie lesen lieber Bücher über Harry Potter, statt auf die Suche zu gehen nach der Magie in ihrem eigenen Land. So rücken die alten Geschichten langsam in Vergessenheit. Oder? {PLACE_CONTENT}{PLACE_POWEREDBY}

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